Literaturlandschaften
Das Goethehaus am Weimarer Frauenplan: Seit über zweihundert Jahren im Originalzustand erhaltenes Reiseziel von Millionen Menschen aus aller Welt. Franz Kafka notiert im Juni 1912 nach der Ankunft in der Stadt: „Gang in der Nacht zum Goethehaus. Sofortiges Erkennen. Gelbbraune Farbe des Ganzen … Anrühren der Mauer.“ Und auch der Platz vor dem Haus hat sich, obwohl im Laufe der Jahrhunderte von immer wieder zeitbedingter Verkehrsentwicklung heimgesucht, kaum verändert, so dass Goethes Briefnotiz vom September 1831 an einen wissenschaftlichen Austauschpartner in Bonn „Auf dem freyen Platze meinem Hause gegenüber steht ein großes anständiges Wasserbecken, welches von einer stark fliessenden Röhre hinreichend genährt wird“ nach wie vor aktuell ist. Sie fließt noch immer, die „Röhre“, wie einst für Generationen von Hausfrauen und Dienstboten bei der Beschaffung des täglichen Wasserbedarfs, und erfreut heute im Sommer besonders Kinder, die an den Außentischen der umliegenden Lokale Entspannung von den Gesprächen der Eltern suchen. Foto: Gunhild Schöler.
