Juni 2024

Obwohl auch er für den von einigen Krisen heimgesuchten Weiterbau der Kolossalstatue im Teutoburger Wald bei Detmold spendete, unterließ es Heinrich Heine keineswegs, in seinem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ neben den vielen satirisch bedachten Orten Deutschlands auch den Teutoburger Wald als Schlachtfeld des sagenumwobenen Sieges über die Römer im Jahre 9 n. Chr. mit lyrischem Spott zu überziehen. Als das gewaltige Hermannsdenkmal 1875 nach 37-jähriger Bauzeit von seinem Bauherrn Ernst von Bandel endlich der Öffentlichkeit übergeben werden kann, ruht Heinrich Heine bereits fast zwei Jahrzehnte auf dem Montmartre-Friedhof in Paris. Foto Hermannsdenkmal: LVL.

Literaturlandschaften e.V.

Das ist der Teutoburger Wald,
den Tacitus beschrieben,
das ist der klassische Morast,
wo Varus steckengeblieben.

Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,
der Hermann, der edle Recke;
die deutsche Nationalität,
die siegte in diesem Drecke.

Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,
mit seinen blonden Horden,
so gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,
wir wären römisch geworden. 

(…)

O Hermann, dir verdanken wir das!
Drum wird dir, wie sich gebühret,
Zu Detmold ein Monument gesetzt;
Hab selber subskribieret.

Aus: Heinrich Heine
„Deutschland. Ein Wintermärchen“, 1844